Vernachlässigt der Waldkindergarten die Schulfähigkeit? |
Fragen
und Antworten:
Werden Kinder im Waldkindergarten weniger gut auf
die Schule vorbereitet?
Die Antwort lautet ganz schlicht: Nein
Prinzipiell kann davon ausgegangen werden, dass Kinder Im Waldkindergarten
zumindest ebenso gut vorbereitet werden, wie dies im Regelkindergarten der
Fall ist. "Prinzipiell" deshalb, weil immer zu berücksichtigen
ist, dass die Qualität der Kindergartenarbeit - ob im Gebäude oder im Wald
- starken Schwankungen unterliegt. Sie ist in hohem Maße abhängig von der
fachlichen Kompetenz und dem Engagement der jeweiligen Erzieherinnen. |
| Haben Kinder aus dem Waldkindergarten in der Schule (speziell
im ersten Schuljahr) mehr Schwierigkeiten als Kinder aus dem Regelkindergarten? |
| Diese Frage lässt sich eher auf der Basis empirischer Untersuchungen beantworten.
Erste Ergebnisse zeigen, dass die in der Fragestellung geäußerten Befürchtungen
nicht zutreffen. |
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Es gibt keine objektiven Kriterien für die
Schulfähigkeit von Kindern, auf deren Erfüllung der Waldkindergarten
hinarbeiten müsste. Die Erwartungen seitens der Schule an die Voraussetzungen
der Kinder weisen ohnehin große Unterschiede auf. Zudem ist
es Aufgabe der Grundschule, sich in ihren Anforderungen auf die Kinder
einzustellen.
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Gewisse Basiskompetenzen erleichtern den Kindern
die Übergangssituation und die weitere Teilnahme am schulischen
Lernen. Hierzu zählen u.a.: differenzierte Wahrnehmungsfähigkeit,
psychomotorische Kompetenz, Neugierverhalten, Lernbereitschaft, Aufgabenverständnis,
Orientierung an Regeln, Fähigkeit zur Kommunikation und zu angemessenem
Umgang mit Konflikten.
Wir unterscheiden: |
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die geistig-seelische Schulfähigkeit
Durch die erlebbaren, natürlichen Zusammenhänge und
die Wissensvermittlung aus allen Bereichen des täglichen Lebens
lernen Kinder bei uns das Erfragen und Hinterfragen, wie und wo sie
sich Informationen beschaffen können, und weiterführend
das gedankliche Verknüpfen von Informationen zu Zusammenhängen.
Sie werden angeregt. Hypothesen aufzustellen und diese durch praktische
Erfahrungen zu reflektieren; all dies unter kindgerechten Aspekten
(Ausflüge, Sachbücher, Nachschlagewerke usw.).
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die soziale Schulfähigkeit
Sozial schulfähig ist, wer sich in eine Gruppe angemessen
einbringen und ebenso verhalten kann. Die Kinder lernen bei uns, sich
selbst als Individuum zu erkennen, die Balance zwischen Durchsetzungskraft
und Rücksichtnahme zu finden und die anderen entsprechend einzubeziehen
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die körperliche Schulfähigkeit.
Der Umgang mit den Naturmaterialien fördert die Entwicklung
der Feinmotorik der Kinder in hohem Maße. So nehmen sie zwar
seltener einen Stift zur Hand, malen aber um so öfter auf der
Erde, bilden ihre Handmotorik aus, indem sie mit Stöcken, Steinen
und Zapfen basteln und konstruieren. Das notwendige muskuläre
und feinmotorische Training als Voraussetzung für das Halten
und Führen von Mal- oder Schreibstiften wird somit intensiv geübt
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Auszug aus KiTa aktuell BW Nr. 5/99
Verfasser: Roland Gorges
Professor für Pädagogik und Vorschulerziehung; Fachbereich
Sozialpädagogik der Fachhochschule Darmstadt |
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